Report

03.06.15
D Report zu Melanie Möller "Beispiel und Ausnahme. Überlegungen zu Ciceros Rechtshermeneutik"

Normative Ordnungen brauchen sowohl Ausnahmen wie Beispiele: Religion (und die Theologie), das Recht (und die Jurisprudenz), die Erziehung (und die Pädagogik). Schliesslich braucht und kennt sie die Rhetorik, die vormals auch die einzige Wissenschaft aller Ausnahmen und Beispielen war. Historisch und systematisch sind Beispiele und Ausnahmen in der Rhetorik gewissermassen zu Hause; von dort aus fanden sie Eingang in andere normative Ordnungen und Wissenschaften. Das sind die Fakten. Zur Diskussion steht jedoch: Wie werden Ausnahmen und Beispiele gebraucht?

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19.03.15
D Report zu Susanne Gödde "Recht ohne Gesetz?"

Die Frage nach „Recht ohne Gesetz?“ ist die Frage nach dem Recht als Verfahren: die Frage danach, wie es zu verstehen ist (und wie es verstanden worden ist), dass das Recht – wie Susanne Gödde im Anschluss an Michael Gagarin und im Blick auf Hesiod schreibt – „eher als ‚Verfahren‘ (‚procedural law‘) und nicht als ‚substantiell‘(‚substantial law‘) aufgefasst“ wird.

E Report on Susanne Gödde's "Justice without law?"

The question of „Justice without law?“ is the question of the law as procedure: the question of how we are to understand the fact (and how that fact has been understood in the past) that the law – as Susanne Gödde writes, following Michael Gagarin’s thesis and with a glance at Hesiod – is „conceived … as being a ‘process’ (‘procedural law‘), rather than as ‘substantial’ (‘substantial law‘)“.

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21.05.13
E Review: Personal Effects of Divorce in Relation to Children

Review: Carmen López‐Rendo Rodríguez, Personal Effects of Divorce in Relation to Children, from Classical Rome to the Spanish Civil Code, RIDROM (online) 9, 2012, pp. 249–270.

S Recension: Efectos personales del divorcio respecto de los hijos

Recension: Carmen López‐Rendo Rodríguez, Efectos personales del divorcio respecto de los hijos, De Roma al Codigo civil español, RIDROM (online) 9, 2012, Pág. 249–270.

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17.04.07
D Foucault und das Recht

Besprechung von: Christian Schauer, Aufforderung zum Spiel. Foucault und das Recht, Böhlau (Weimar, Köln, Wien) 2006, 383 Seiten.

Der Autor rekonstruiert Foucaults Werk zwischen den Jahren 1961 und 1975 und integriert hierbei Perspektiven anderer Autoren (Derrida, Luhmann und Nietzsche), welche zu verwandten Themenkreisen arbeiten und/oder Foucaults Herangehensweise geprägt haben. Eigentliches Ziel der Arbeit ist es, Foucaults Beitrag zur Rechtsgeschichte und –soziologie zu beleuchten. Diese Thematik ist im deutschen Sprachraum bis jetzt kaum systematisch untersucht worden, und dementsprechend gebührt Schauers Studie besondere Beachtung. Der Autor betont Foucaults Ausführungen zum Verhältnis zwischen Recht und Psychiatrie. Dessen Diagnose hebt die “Kolonisierung” des Rechts durch forensisch psychiatrische Diskurse hervor, und Schauer gelingt es, die problematische Dimension dieser Tendenz mit Hinweis auf die schweizerische Rechtspraxis plausibel zu machen. Fluchtpunkt dieser Entwicklung wäre ein bis zum Extrem “vorbeugendes” Recht, das Gefahrenprävention und Risikoregulierung durch präemptive Verhaltensregulierung den Vorzug vor dem Legalitätsprinzip gewährt.

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27.09.06
D Europas Abgrund neu inszeniert

Zwischen den Zeilen Ulrich Halterns

Spätestens seit der in einigen EU-Mitgliedstaaten heiß geführten Debatte um den Maastrichtvertrag (1992) und seine Weiterführung in Amsterdam (1997) hat die Integrationsfrage tiefe Gewässer der Staatsphilosophie erreicht. Was sich zuvor gleichsam abgeschirmt von der Öffentlichkeit in Expertengremien vorwiegend handelstechnischer Vereinfachung widmete, brach in Gestalt erster nationaler Referenden jäh an die politische Oberfläche. Der zumal seit den negativen Verfassungsvoten in Frankreich und den Niederlanden allgegenwärtige Diskurs über eine europäische Identität verdeutlicht auffällig, wie sehr das einstmals so pragmatisch-sachliche Vorgreifen von den vergessenen Gründungsemotionen eingeholt wird. Was man sich nämlich nicht eingestehen will: Die Grundlage der europäischen Union basiert auf einer Niederlage.

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D
Report zu Melanie Möller "Beispiel und Ausnahme. Überlegungen zu Ciceros Rechtshermeneutik"

Normative Ordnungen brauchen sowohl Ausnahmen wie Beispiele: Religion (und die Theologie), das Recht (und die Jurisprudenz), die Erziehung (und die Pädagogik). Schliesslich braucht und kennt sie die Rhetorik, die vormals auch die einzige Wissenschaft aller Ausnahmen und Beispielen war. Historisch und systematisch sind Beispiele und Ausnahmen in der Rhetorik gewissermassen zu Hause; von dort aus fanden sie Eingang in andere normative Ordnungen und Wissenschaften. Das sind die Fakten. Zur Diskussion steht jedoch: Wie werden Ausnahmen und Beispiele gebraucht?

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D
Report zu Susanne Gödde "Recht ohne Gesetz?"

Die Frage nach „Recht ohne Gesetz?“ ist die Frage nach dem Recht als Verfahren: die Frage danach, wie es zu verstehen ist (und wie es verstanden worden ist), dass das Recht – wie Susanne Gödde im Anschluss an Michael Gagarin und im Blick auf Hesiod schreibt – „eher als ‚Verfahren‘ (‚procedural law‘) und nicht als ‚substantiell‘(‚substantial law‘) aufgefasst“ wird.

E
Report on Susanne Gödde's "Justice without law?"

The question of „Justice without law?“ is the question of the law as procedure: the question of how we are to understand the fact (and how that fact has been understood in the past) that the law – as Susanne Gödde writes, following Michael Gagarin’s thesis and with a glance at Hesiod – is „conceived … as being a ‘process’ (‘procedural law‘), rather than as ‘substantial’ (‘substantial law‘)“.

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E
Review: Personal Effects of Divorce in Relation to Children

Review: Carmen López‐Rendo Rodríguez, Personal Effects of Divorce in Relation to Children, from Classical Rome to the Spanish Civil Code, RIDROM (online) 9, 2012, pp. 249–270.

S
Recension: Efectos personales del divorcio respecto de los hijos

Recension: Carmen López‐Rendo Rodríguez, Efectos personales del divorcio respecto de los hijos, De Roma al Codigo civil español, RIDROM (online) 9, 2012, Pág. 249–270.

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Foucault und das Recht

Besprechung von: Christian Schauer, Aufforderung zum Spiel. Foucault und das Recht, Böhlau (Weimar, Köln, Wien) 2006, 383 Seiten.

Der Autor rekonstruiert Foucaults Werk zwischen den Jahren 1961 und 1975 und integriert hierbei Perspektiven anderer Autoren (Derrida, Luhmann und Nietzsche), welche zu verwandten Themenkreisen arbeiten und/oder Foucaults Herangehensweise geprägt haben. Eigentliches Ziel der Arbeit ist es, Foucaults Beitrag zur Rechtsgeschichte und –soziologie zu beleuchten. Diese Thematik ist im deutschen Sprachraum bis jetzt kaum systematisch untersucht worden, und dementsprechend gebührt Schauers Studie besondere Beachtung. Der Autor betont Foucaults Ausführungen zum Verhältnis zwischen Recht und Psychiatrie. Dessen Diagnose hebt die “Kolonisierung” des Rechts durch forensisch psychiatrische Diskurse hervor, und Schauer gelingt es, die problematische Dimension dieser Tendenz mit Hinweis auf die schweizerische Rechtspraxis plausibel zu machen. Fluchtpunkt dieser Entwicklung wäre ein bis zum Extrem “vorbeugendes” Recht, das Gefahrenprävention und Risikoregulierung durch präemptive Verhaltensregulierung den Vorzug vor dem Legalitätsprinzip gewährt.

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Europas Abgrund neu inszeniert

Zwischen den Zeilen Ulrich Halterns

Spätestens seit der in einigen EU-Mitgliedstaaten heiß geführten Debatte um den Maastrichtvertrag (1992) und seine Weiterführung in Amsterdam (1997) hat die Integrationsfrage tiefe Gewässer der Staatsphilosophie erreicht. Was sich zuvor gleichsam abgeschirmt von der Öffentlichkeit in Expertengremien vorwiegend handelstechnischer Vereinfachung widmete, brach in Gestalt erster nationaler Referenden jäh an die politische Oberfläche. Der zumal seit den negativen Verfassungsvoten in Frankreich und den Niederlanden allgegenwärtige Diskurs über eine europäische Identität verdeutlicht auffällig, wie sehr das einstmals so pragmatisch-sachliche Vorgreifen von den vergessenen Gründungsemotionen eingeholt wird. Was man sich nämlich nicht eingestehen will: Die Grundlage der europäischen Union basiert auf einer Niederlage.

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